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Dürfen Katzen Zimt fressen?

Aktualisiert Jul 2026
Mit Vorsicht füttern

Zimt von Katzen fernhalten – Vorsicht geboten!

Zimt enthält Cinnamaldehyd sowie verschiedene ätherische Ölkomponenten, die bei Katzen Schleimhautreizungen im Maul, Rachen und Magen-Darm-Trakt verursachen können. Katzen fehlt das Leberenzym Glucuronyltransferase, das beim Abbau bestimmter phenolischer Verbindungen eine zentrale Rolle spielt – dadurch sind sie deutlich empfindlicher als Hunde oder Menschen. Zimtöl (etwa in aromatischen Produkten oder Duftlampen) ist weitaus gefährlicher als das Pulver und kann schon bei Hautkontakt oder Inhalation Symptome auslösen. Eine tägliche oder regelmäßige Exposition sollte in jedem Fall vermieden werden.

Schweregrad
Moderat
Toxische Dosis
~1 TL Pulver; Öl: weitaus weniger
Einsetzzeit
30 Min. – 4 Stunden
Behandlung
Tierarzt, symptomatische Therapie
Verantwortungsvoll füttern

Maß halten ist entscheidend

Zimt sollte katzen nur in kleinen, seltenen Mengen angeboten werden. Befolgen Sie die Hinweise zur sicheren Fütterung und beobachten Sie genau auf etwaige Reaktionen.

Warum ist Zimt für Katzen problematisch?

Zimt

Zimt — katzen.

Der Hauptwirkstoff des Zimts ist Cinnamaldehyd, ein aromatischer Aldehyd, der bei direktem Kontakt mit Schleimhäuten Reizungen, Rötungen und Entzündungen verursacht. Katzen reagieren auf diese Substanz besonders sensibel, weil ihr Stoffwechsel – im Gegensatz zu dem von Hunden oder Omnivoren – nur begrenzte Kapazitäten für die Entgiftung phenolhaltiger Verbindungen besitzt. Fehlt das Enzym UGT1A6 weitgehend, wie das bei Katzen der Fall ist, können sich entsprechende Abbauprodukte im Organismus anreichern und die Leber belasten.

Besonders gefährlich ist konzentriertes Zimtöl (z. B. in Backzutaten, Raumduftprodukten oder natürlichen Reinigungsmitteln): Schon wenige Tropfen auf der Haut oder Schleimhaut können chemische Verätzungen, Speichelfluss und Atemnot auslösen. Das Zimtpulver, das viele im Küchenschrank haben, ist zwar weniger konzentriert, wirkt aber bei Mengen ab etwa einem Teelöffel irritierend auf den Magen-Darm-Trakt und kann Erbrechen sowie Durchfall provozieren. Zusätzlich besteht bei feinem Pulver das Risiko, dass Katzen beim Beschnuppern kleine Partikel inhalieren und dadurch Hustenreiz oder Atembeschwerden entwickeln.

Zimtöl ist die eigentliche Gefahr

Während Zimtpulver in kleinen Spuren meist nur mild irritierend wirkt, kann konzentriertes Zimtöl – auch über Hautkontakt oder Inhalation – bereits in kleinen Mengen ernsthafte Symptome bei Katzen hervorrufen. Produkte mit ätherischen Zimtölen (Duftlampen, Raumssprays, Backaromen) sollten für Katzen vollständig unzugänglich sein.

Symptome & Verlauf

Magen-Darm-Beschwerden
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Bauchschmerzen / Unruhe
  • Speichelfluss (Hypersalivation)
Alle Lebensmittel ansehen, die diese Symptome verursachen
Schleimhautreizung (Maul, Rachen)
  • Rötung und Schwellung der Mundschleimhaut
  • Pfotenkratzen am Maul
  • Würgereiz ohne Erbrechen
  • Zungenschwellung (bei Öl-Exposition)
Alle Lebensmittel ansehen, die diese Symptome verursachen
Atemwegsreizung (v. a. bei Pulverinhalation oder Öl)
  • Husten und Niesen
  • Erschwertes Atmen / Keuchen
  • Erhöhte Atemfrequenz
Alle Lebensmittel ansehen, die diese Symptome verursachen
Systemische Zeichen (bei größeren Mengen / Öl)
  • Lethargie und Schwäche
  • Erhöhte Herzfrequenz
  • Leberwerterhöhung (labordiagnostisch)
Alle Lebensmittel ansehen, die diese Symptome verursachen

Dosis & Schweregrad

Das Risiko hängt stark von der Zimtform und der aufgenommenen Menge ab. Die folgende Übersicht zeigt das Gefährdungsniveau nach Menge und Darreichungsform für eine durchschnittliche Hauskatze (ca. 4 kg).

Zimtpulver – Spuren
< 0,1 g (Staubreste, minimaler Kontakt)
Kaum relevant
Meist symptomlos; allenfalls kurzes Niesen
Zimtpulver – geringe Menge
0,1 – 0,5 g (Messerspitze)
Geringes Risiko
Leichte Schleimhautreizung möglich; Beobachtung empfohlen
Zimtpulver – mittlere Menge
≥ 1 TL (~2,5 g)
Deutliches Risiko
Erbrechen, Durchfall, Schleimhautentzündung wahrscheinlich; Tierarzt kontaktieren
Zimtöl (ätherisch) – jede Menge
Schon wenige Tropfen auf Haut/Schleimhaut
Hohes Risiko
Sofort zum Tierarzt; Verätzungen, Atemprobleme, systemische Toxizität möglich

Was tun, wenn Ihre Katze Zimt aufgenommen hat?

  1. 1

    Ruhe bewahren und Exposition stoppen Entfernen Sie die Zimmtquelle sofort aus Reichweite der Katze. Bei Hautkontakt mit Zimtöl die betroffene Stelle sanft mit lauwarmem Wasser abwaschen – kein Seife verwenden, die die Haut weiter reizen könnte.

  2. 2

    Menge und Form einschätzen Versuchen Sie festzustellen, ob Ihre Katze Zimtpulver oder konzentriertes Zimtöl aufgenommen hat und in welcher Menge. Diese Information ist für den Tierarzt entscheidend für die Einschätzung des Schweregrades.

  3. 3

    Bei Zimtöl oder größeren Pulvermengen: sofort Tierarzt aufsuchen Zeigt Ihre Katze Atembeschwerden, starken Speichelfluss, Mundschleimhautschwellung, wiederholtes Erbrechen oder Lethargie, ist unverzüglicher Tierarztbesuch erforderlich. Rufen Sie im Zweifel auch die Giftnotrufzentrale (z. B. BfR Tierärztliche Toxikologie, Berlin) an.

  4. 4

    Kein Erbrechen selbst auslösen Versuchen Sie nie, Erbrechen bei Ihrer Katze eigenständig zu induzieren – das kann bei Reizsubstanzen die Schädigungen an Speiseröhre und Rachen verschlimmern.

  5. 5

    Tierarzt behandelt symptomatisch Je nach Schwere umfasst die Behandlung Schleimhautschutz, intravenöse Flüssigkeitsgabe, antiemetische Mittel und Leberwertkontrollen. Bei Inhalation von Zimtpulver können Bronchodilatatoren notwendig sein.

Sichere Alternativen

Wenn Sie Ihrer Katze gelegentlich etwas Besonderes gönnen möchten, gibt es deutlich verträglichere Optionen als aromatische Gewürze.

Gekochtes Hühnchen (ungewürzt)

Mageres, gegartetes Geflügel ohne Gewürze ist eine sichere und proteinreiche Abwechslung für Katzen.

Gekochter Lachs (grätenfrei)

Omega-3-reiche Fischquelle, die von den meisten Katzen gut vertragen wird – ohne Salz oder Würzmittel zubereiten.

Katzenminze (Nepeta cataria)

Ein für Katzen artgerechtes Kraut, das ungiftig ist und bei vielen Tieren eine spielerische Reaktion auslöst.

Katzengras (Dactylis glomerata / Weizengras)

Fördert die Verdauung, ist vollkommen sicher und entspricht dem natürlichen Fressverhalten von Katzen.

Häufig gestellte Fragen

Meine Katze hat an einem Zimtstangen gerochen – ist das gefährlich?
Kurzes Beschnuppern einer ganzen Zimtstange ist in der Regel harmlos und führt bestenfalls zu Niesen oder Desinteresse. Das Risiko steigt erheblich, wenn die Katze an der Stange leckt oder gar Stücke abkaut, weil dann Cinnamaldehyd direkt mit den Schleimhäuten in Kontakt kommt. Beobachten Sie Ihr Tier kurz – bei Speichelfluss, Pfotenkratzen am Maul oder Würgereiz sollten Sie vorsichtshalber Ihren Tierarzt kontaktieren.
Ist Zimtöl in Duftlampen oder Raumsprays für Katzen gefährlich?
Ja, konzentrierte ätherische Zimtöle in Duftlampen, Diffusoren oder Raumsprays sind für Katzen tatsächlich problematisch. Zum einen können Katzen die aromatischen Verbindungen über die Atemwege aufnehmen; zum anderen setzen sich Öldämpfe auf Fell und Pfoten ab und werden beim Putzen oral aufgenommen. Da Katzen phenolische Verbindungen nur sehr eingeschränkt metabolisieren können, empfiehlt es sich, zimthaltige Duftprodukte in Räumen, die von Katzen genutzt werden, grundsätzlich zu meiden.
Kann Zimt als Hausmittel gegen Flöhe oder Parasiten bei Katzen eingesetzt werden?
Nein – dieser Ratschlag, der manchmal in Internetforen kursiert, ist aus tiermedizinischer Sicht abzulehnen. Zimtöl wird zwar eine gewisse insektizide Wirkung zugeschrieben, doch die für eine parasitizide Wirkung nötigen Konzentrationen sind für Katzen toxisch. Hautreizungen, Verätzungen und systemische Vergiftungen wären die Folge. Für die Flohbehandlung bei Katzen sollten ausschließlich zugelassene, artverspezifische Antiparasitika verwendet werden, die der Tierarzt empfiehlt.

Quellen & Referenzen

  1. ASPCA Animal Poison Control Center — Toxic and Non-Toxic Plant & Substance Database (cinnamon / Cinnamomum spp.)
  2. Merck Veterinary Manual — Hepatotoxic Plants and Herbs in Small Animals
  3. Gruenwald J et al., 'Cinnamon and Health,' Critical Reviews in Food Science and Nutrition, 2010 — coumarin content and hepatotoxicity data
  4. Pet Poison Helpline — Essential Oils and Cats: Clinical Overview
Dra. Carmen Ortega

Über die Autorin: Dra. Carmen Ortega

Veterinär-Ernährungsspezialistin

Diplomierte Veterinärernährungsexpertin mit Fokus auf artgerechte Diäten und präventive Fütterung, Hauptautorin unserer Ernährungsempfehlungen.

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